Keine Ahnung, ob die Kunde schon bis nach Europa getragen wurde aber Argentinien hat gewählt. Vielleicht erinnert sich ja der eine oder andere auch noch an meinen überambitionierten Eintrag vor einigen Monaten. Damals habe ich behauptet, ich würde hier ab und zu mal vom Wahlkampf berichten. Das hab ich nicht vergessen! Und ich mag keine leeren Versprechen, aber wo nix ist, kann man auch nix berichten!
Dass die gute Ehefrau (die übrigens auch Chavez zu ihren Verehrern zählen kann…) vom aktuellen Presidenten Kirchner gewinnen würde war so klar, dass sich einer der Gegenkandidaten 3 Tage vor dem Urnengang sogar zu den Worten hat hinreißen lassen, seine Partei habe in dieser Kampagne lieber Geld sparen wollen, weil sie ja eh keine Chance hatten. Dementsprechend gab es also leider fast keine wilden Wahlveranstaltungen auf den vielen schönen Plätzen dieser Stadt, wie ich es mir eigentlich erträumt hatte.
Aber so langweilig diese Wahlen mir auch vorkommen mögen, jetzt wo ich erstmal dabei bin darüber zu schreiben fällt mir trotzdem einiges ein, was mir erzählenswert scheint, obwohl mir gleich die Augen zufallen und ich in 5 Stunden schon wieder aufstehen und zur Uni galoppieren muss.
Zum Beispiel, dass die Schlangen vor den Polizeipräsidien heute länger waren als vor den Wahllokalen. Warum?
Regel Nummer 1: Hier in Argentinien herrscht WahlPFLICHT!
Regel Nummer 2: Es gibt keine Briefwahl!
Da aber Regel Nummer 1 in Verbindung mit Nummer 2 jede Menge armer Argentinier dazu nötigen würde, andauernd an ihren Geburtsort zurückzupilgern wie Maria und Josef vor ein paar tausend Jahren, (das mit dem Ummelden scheint hier nicht so populär zu sein…), gibt es eine Ausnahme der Regel Nummer 1: Wenn du dich am Wahltag mehr als 500km von deinem Heimatort enfernt befindest, musst du nicht wählen. Und 500 km sind hier in Argentinien nix. Tja, wenn du also nicht weisst, wen wählen, dann musste einfach nur in Urlaub fahren!
Aber zurück zur Polizei: wie die Argentinier immer wieder gerne über sich selber sagen (für meinen Geschmack unnötigerweise) sind sie angeblich unehrlich. Also muss man am Wahltag persönlich zur nächsten Polizeiwache um zu beweisen, dass du grad weit weg bist. Logisch.
So, und jetzt noch was für die Klatsch-Seite: Auch wenn die gute Cristina von ihrem Mann höchstpersönlich zur Präsidentschaftskandidatin gekürt wurde, ohne den Rest der Partei zu fragen, sind die zwei in Wirklichkeit schon lange kein Paar mehr. Bäh. Vielleicht tröstet das den guten Zarkozy ja…


