Heimkehr

So. Das wars. Schluss mit den Geschichten aus der Ferne. Ich bin wieder da. In Dresden. Das war auch durchaus erstmal zum heulen. Aber jetzt gehts mir schon wieder ganz gut. Dresden bekommt jetzt eine zweite Chance, über die ich mich auch eigentlich wirklich freue.

Und die Stadt hats auch gar nicht mal schlecht geschafft. Also auch wenn das Wetter natürlich alle Klischees von wegen „bei 30 Grad in Bikini abgeflogen und in Hamburg bei 5 Grad und Regen von Mutterns Mantel in Empfang genommen worden“ erfüllt hat.

Eigentlich könnte ich jetzt fast eine umgekehrte Kuriositätensammlung anfangen… aber keine Sorge – das erlaubt ja allein der Titel des Blogs unter keinen Umständen. Aber ein zwei Worte muss ich dazu jetzt doch nochmal fallen lassen:
Der erste Schreck um ehrlich zu sein: Man sind die Deutschen unmodisch! Und lächelnde Gesichter sind wirklich seltener vertreten. Aber das wussten wir ja auch schon vorher.
Zweitens: Wow ist die Luft hier klar! Also mag auch an der Eiseskälte liegen aber das ist mir sofort aufgefallen. Die riecht total lecker nach Sauerstoff die Luft! Probiert mal!
Drittens: Hmm, ich sags ja ungern, nachdem ich immer so gerne über die technische Uni DD hergezogen habe… aber es ist echt kein schlechter Service überall WLan zu haben, die Bibliothek hat jawohl einfach ALLE Bücher und sowieso – wie schön mal wieder in einer Bibliothek auch wirklich mit Büchern umgeben zu sein anstatt in einer Halle an nem Schalter selbige bestellen zu müssen…

Ich freu mich wieder jeden Witz zu verstehen, auch wenn ich müde bin und es um mich rum lärmt. Auch wenn ich Spanisch vermisse. Und für all die zurückgelassenen Freunde, die dieses fiese Loch im Herz hinterlassen trifft man ja hier die Alten wieder – das hatte ich ja auch kaum glauben wollen!

Also – die Welt ist schöner als erwartet. Und um das zu feiern wird meine WG nächstes Wochenende auf jeden Fall auseinandergenommen! Also, persönliche EInladung folgt, aber merkt es vor – die Rückkehrparty steht und je mehr von fern angereiste Besucher, umso besser!!

Achso, und bevor ichs vergesse: Eigentlich könnte ich diesen Blog ja jetzt auch „abschalten“. Aber wie das so ist – ich machs mal vorsichthalber nicht, denn wenn alles klappt gibts ab Herbst die zweite Staffel „Rini in Argentinien“. Tja. Wenn man erstmal Blut geleckt hat…

Cristina, el Campo und kein leckeres Fleisch mehr

Ich wollte ueber Politik schreiben. Aber es gab nichts zu berichten. Die Wahlen waren langweilig. Ich war enttaeuscht. Jetzt haste den Salat wuerden mir Argentinier sagen, wenn sie diesen Blog verstehen wuerden. Gottseidank tun sies nicht.

Ich weiss nicht ob das bei Euch in der internationalen Presse schon angekommen ist, aber hier herrscht Ausnahmezustand.
Alles fing vor 14 Tagen an. Da hatten sich so viele Bauern ueber die hohen Exportsteuern beschwert, dass die Regierung gesagt hat: Ihr motzt? Nagut, dann heben wir die Abgaben fuer Soja eben nochmal um 10%. Das habt ihr nun davon. 
Schoen, der gemeine Bauer gibt jetzt also 65% der Exporteinnahmen an den Staat an. Fuer die Neuverteilung der Einnahmen. Und fuer den Verbraucherschutz; hat Cristina gesagt. Fanden die Bauern nicht so gut. Also wurden die Fernverkehrsstrassen blockiert. Tja. Das fand ich dann eher bescheuert, weil doch grad Ostern war, alle in Urlaub fuhren und meine Wenigkeit dann eben auch einfach mal 24 statt 14 Stunden nach Tucuman gebraucht hat. Das war aber auch alles was ich mir dazu gedacht habe. Luxusprobleme wuerde ich heute sagen. Denn dass nicht nur wir Reisenden nicht durchkommen sondern zum Beispiel auch keine Milch und kein Fleisch, daran habe ich nicht gedacht.

Leute, im Ernst. Ich finde das ehrlich gesagt auch immernoch nicht so besorgniserregend, denn ich komme aus einer geordneten Welt und Argentinien kommt mir nicht sehr anders vor als meine Heimat. Diese piqueteros werden uns schon nicht verhungern lassen denke ich mir. Aber ehrlich gesagt bin ich mit dieser Position recht alleine und mache mir unter den Argentiniern (vor allen jungen Muettern) bei den Diskussionen auch keine Freunde. Denn was fuer mich unvorstellbar ist wurde hier immer wieder wahrhaftig gelebt. Leere Supermarktregale – Unsicherheit. Die Stassensperren werden immer radikaler, Lastwagen kommen grundsaetzlich nicht mehr durch. Der Busverkehr in Richtung Norden wurde ausgesetzt (Fernzuege gibt es hier nicht). Und die Regierung lenkt nicht ein. Statt dessen haelt Cristina Ideologie-gefuellte Reden, ueber Politik fuers Volk, Treue und Ehrlichkeit. Im Zweifelsfall wird man davon auch nicht satt, sagen die Frauen.

Und was macht Argentinien also dagegen? Es holt jeden Abend um acht die Kochtoepfe raus und marschiert klappernd und hupend durch die Buenos Aires in Richtung Casa Rosada (das Regierungsgebaeude). Genau so, wie wir es beim wirtschaftlichen Zusammenbruch 2001/02 im Fernsehen gesehen haben. Just waehrend ich hier an Euch schreibe klappert  und scheppert es neben mir her. Ich finde das aufregend, verwunderlich, und verwirrend zugleich. Auf jeden Fall finde ich es nicht mehr laecherlich, weil ernsthafte Aengste in den Menschen zu spueren sind. Weniger in den Topfschlaegern, das sind auch gerne mal wohlhabende Studenten die genauso wenig wie ich merken, dass das Fleisch in den kleinen Laeden schon lange vergammelt ist. Denn sie kaufen in den Supermaerkten die andere Lagerkapazitaeten haben. Aber eben auch andere Preise.

Macht Euch keine Sorgen. Noch ist es nicht extrem und das normale Leben laeuft. Aber auch wenn ich hier bestimmt nicht politisch korrekt und leider auch bestimmt kein vollstaendiges Bild male, lerne ich heute eine neue Dimension von Unsicherheit im Staat kennen, die ich mir so nicht haette traeumen lassen. Jedenfalls nicht in diesem Land. 

al campo, al campo

erstmal muss mann essen schiessen

Da mein alltägliches Dasein nicht viel hergibt um darüber hübsche kleine Geschichten aus der Ferne zu stricken, muss mal wieder eine Reise herhalten. Allerdings wars nur ein kleiner 24-Stunden Ausflug… und zwar aufs Land. Landei das ich ja bekanntlich nicht bin, konnte ich endlich mal mit Schafen, Schweinen und Pferden herumtollen. Abgesehen natürlich von diversen Insekten die mir ihre Gesellschaft aufdrängen wollten – Insekten die dank ihrer Körpergröße die Erwähnung in diesem Blog wirklich verdient haben und nicht aus purer Stadt-Hysterie der Autorin für erwähnenswert gehalten werden.

grillen und steinofenpizza aufm land
Wirklich bezaubernd dieses nichts in Argentinien. Vielleicht ist es auch gar keine Besonderheit, vielleicht fassen sich die wahren Landeier die auf diesem Blog rumlungern an den Kopf und sagen „Was muss diese arrogante Großstädterin eigentlich ans andere Ende der Welt fliegen um zu merken, dass auf dem Land der Horizont weiter weg und die Sterne viel heller sind als in der Stadt!?!“ Aber ich würde behaupten dass sie es hier noch ein bisschen mehr sind! Nagut, ich werde mich darüber nicht streiten. Was ich aber wirklich für bemerkenswert halte, ist dass man einfach so seine paar Pferde rumtollen hat – ob man da ist oder nicht. Ich meine dafür muss ich doch so einigermaßen weit reisen. Ich habe jedenfalls in Deutschland noch nie jemanden getroffen der in der Hauptstadt wohnen würde und 3 Stunden entfernt ein paar Wiesen hat auf dem seine Pferde sich alleine amüsieren und ernähren und wenn man halt mal will fährt man raus. . . aber wie gesagt, mag sein dass ich mich vertue…

jajja, immer nur essen in fleischland
Letztenendes war jedenfalls auch wieder landestypisch die Anreise – Bus kaputt, Warten aufm Feld, aus der angekündigten halben Stunde bis ein Ersatz kommt werden einfach mal 4, alles nichts neues. Was allerdings doch neu ist: Ich mache das alles inzwischen so selbstverständlich und entspannt mit, dass  ich von den Argentiniern auf den Deckel bekomme und mir anhören muss „das kannst du dir doch nciht gefallen lassen, Geld bekommst Du hier nach mehr als 3 Studen zurück, wenn man sich bei sowas nicht beschwert geht es doch niemals hier voran!“… hmmm waren das nicht mal meine Worte??

fudgiiiboool

Reisen! Endlich! Nagut, auch mal wieder nur ein kurzes einwoechiges Intermezzo aber immerhin. Familie ist zu Besuch und das heisst bekanntlich dass die Reisen ausserhalb eines Studentenbudgets kalkuliert werden; ganz gut, kann man mal machen. So komme ich also doch noch in den Genuss den Norden Argentiniens und ein bisschen von Brasilien kennen zu lernen. Hat auf der anderen Seite dann allerdings natuerlich den Preis, dass man sich ordentlich benehmen muss, taeglich an den waermenden Pulli erinnert wird, am Tisch gerade sitzen muss und aehnliches ;)

Ganz grosser Gewinn dieser Reise ist auf jeden Fall auch die niedlichen Tuecken des Portugiesischen kennenzulernen!  Beispiel: Die koennen kein d ohne i aussprechen. So wird aus Fussball beispielsweise der Titel dieses Eintrags.
Mehr dazu hoffentlich bei Rueckreise, Internet ist allerdings immernoch nicht wieder in meine Gemaecher eingezogen, ich kann also ncihts versprechen, was das melden betrifft aber das kennt ihr ja.
Also, Abgesehen von der Sprache übrigens, ist Rio de Janeiro auf jeden Fall grosses Kino, toll mal kennenzulernen, aber hier leben? Nein Danke!

Hinfliegen ist schöner

Die Skype-Nutzer haben es ja wahrscheinlich schon mitbekommen: das Verfallsdatum steht. Traurig, aber wahr. Nach Monaten ohne Chancen auf einen Rückflug (das Ticket gabs ja schon, angeblich war jedoch kein einziger Platz im gefragten Zeitraum frei zu kriegen) steht das Datum nun – meine Tage hier sind gezählt (noch bewegen sie sich so in den vierzigern glaub ich) und ich leide fleissig unter dem „ach-gott-und-ich-hab-doch-jetzt-dies-nicht-gemacht-und-das-nie-gesehen-und-sowieso- ich-brauch-noch-mindestens-20-jahre-mehr-hier-bevor-ich-weg-kann-weil-geschenke-hab-ich-auch- noch-nicht-gekauft“-Syndrom…

Abgesehen davon dass ich jetzt also sowieso schon nurnoch verdammt wenige Tage hier habe, sind die in Wirklichkeit auch noch unverschämt kurz! Das mit dem Arbeiten hab ich mir anders vorgestellt! Früh aufstehen ist einfach hässlich! Das ist ganz offensichtlich eine böse Erfindung irgendwelcher Geister die mir mein Sozialleben verderben wollen. Denn Aufstehen um 7 und anfangen zu Abend zu essen um Mitternacht (wie es hier nunmal üblich ist!) passt einfach nicht besonders gut in den selben Biorythmus – ist das denn so schwer zu verstehen, verehrter Arbeitgeber!?!?!?! 

 Gut, mal vom motzen abgesehen wollte ihc immer nochmal erwähnen, dass ich die Bitte um Fotos nicht vergessen habe, die technischen Umstände mir die Umsetzung allerdings ekelhaft erschweren. Ja, also nicht dass ihr denkt ich sei schon wieder am motzen (denn das leigt meiner Natur nun wirklich fern) aaaaaber:

Das mit dem Umzug war dann leider doch nicht so die beste Entscheidung meines Daseins. Zwar bin ich jetzt wunderhübsch im puro centro der Stadt, schön im „Szeneviertel“ wie der Reiseführer sagen würde und sowieso, wohne mit ach so coolen Künstlern zusammen und …. naja. In Wirklichkeit sind meine Mitbewohner Hippies die mir die Wohnung mit Räucherstäbchen vergiften, nur nach ayurevedischen (?) Regeln kochen, denen auch ich mich zu beugen habe und WLan scheint eben auch nicht so in ihre Vorstellung von gesunder Wellenschwingung im Heim zu passen. Hihi, nagut, macht euch keine Sorgen, alles ok soweit, nur das wir eben kein Internet haben.

So. Lebenzeichen da. Ich hoffe ich habe nicht für allzuviel Verwirrung um meinen Zustand gesorgt. So oder so: frohen Sommer!

update ohne technik

Endlich! Endlich wieder eine Verbindung zur Aussenwelt, ohne ein schlechtes Gewisseen haben zu müssen! Warum? Naja, viel ist passiert im neuen Jahr. Nichts Weltbewegendes aber viel Zeitraubendes:

Erstens: Ich habe angefangen zu arbeiten. Wundervoll! Bin seit dem 2.1. Karla Kolumnas Nachfolgerin und will damit auch gar nicht mehr aufhören. Die Zeitung für die ich arbeite ist nichts großes – eine niedliche deutsche Redaktion fern der Heimat die wöchentlich auf Deutsch hier in Argentinien rauskommt. Aber das ist gerade das schöne daran: Sie lassen mich alles machen, schreib fleissig Artikel anstatt nur Kaffee zu kohen. Aber gut – der Nachteil ist offensichtlich: wenn ich den ganzen Tag schreibe habe ich abends wenig Lust hier auch noch zu schreiben. Verzeihts!

Zweitens: Meine in diesem edlen Medium bereits mehrfach lobend erwähnte französische Mitbewohnerin hat es geschafft meinen Computer zu ruinieren! Nichts geht mehr, selbst nach dem alles zerstörerisch erneuernden Formatieren lässt er sich kaum zu einem Blinken hinreißen. Wie gut dass ich (noch) nicht Kanzlerin bin – ich hätte gute Lust einen Atomkrieg gegen Frankreich anzuzetteln. Naja, so ist also mein Weg ins Internet auf das Büro beschränkt und da ich mir selbiges mit meinen Chefs teile wird das wohl nichts mit ausführlichen Emails.

Ansonsten gehts mir allerdings sehr fein – über die Trauer des abgeschnittenen virtuellen Kontakts zu Euch tröstet mich dauernder Sonnenschein, tägliche 40 Grad im Schatten und der Pool. hehe.
FROHES NEUES JAHR!

Weihnachten faellt aus!

Zu dieser Stunde ist bei Euch wahrscheinlich das Fest grad in vollem Gange – fuer mich nicht vorstellbar. Im Ernst, das ist nicht das erste Weihnachten dass ich auf der Suedhalbkugel verbringe aber dieses Jahr ist nun wirklich nicht mal ein Fuenkchen von Weihnachtsstimmung zu spueren.

Ich sende Euch allen eine riesige, sonnencremebefleckte Weihnachtsumarmung! Alle die irgendwas zu Weihnachten von mir erwartet haben bitte ich um Verzeihung: fuer mich faellt das Fest dieses Jahr aus, also verschicke ich auch keine Geschenke. Statt dessen feier ich heut abend eine Pool- und Grillparty mit meinen Freunden. Ich muss ehrlich sagen, vermissen tu ich nichts.

straaaaand

Kurze Klaerung zu Beginn: dieser Eintrag soll weder Neid wecken noch entschuldigen, dass ich Treulose nicht zu mehr Eintraegen komme – er soll ausschliesslich und unschuldig meinen aktuellen Status darstellen!

Jetzt gerade sitze ich in einem schaebigen Internet-Cafe am Rande des Meeres, die Sonne ist gerade untergegangen, ich habe beim Truco-spielen verloren und darf mich deshalb erst als letzte unter der Dusche von Salzwasser und Sonnencreme befreien.  Der perfekte Zeitpunkt also, einen kurzen Eintrag im Blog zu hinterlassen.
Nach 10 Monaten faktisch ohne Ferien, habe ich am vergangenen Donnerstag endlich meine letzte Klausur geschrieben, meine Sachen gepackt, bin umgezogen und spaet abends in den Bus gen Sueden gestiegen.

Angekommen in Monte Hermoso hause ich jetzt mit 6 Freunden in der Wohnung der Grosseltern von einem von ihnen und geniesse das argentinische Strandleben. Das unterscheidet sich allerdings nur minimal vom unsrigen: Der Beachball- Ball ist etwas groesser hier und man schimpft ueber kalten Wind wo unsereiner noch seelig von Traumwetter reden wuerde. Weitere Unterschiede fallen mir nicht ein.

Zum ersten Mal erfuelle ich, was der Titel dieses Blogs verspricht – zum ersten Mal bin ich „wirklich“ in Argentinien, anstatt in Buenos Aires – und kann nicht im geringsten schimpfen. Es ist lateinamerikanischer hier als in der Hauptstadt – das war zu erwarten. Es ist sauberer hier – aber das ist auch nicht schwer… Es hat 30 Grad, die Naechte sind allerdings kalt und ab und zu wehen Winde, die den Nordseeinseln nicht nachstehen.

Falls ich bis Weihnachten an keinem Internetcafe mehr vorbeikomme sage ich schonmal – FROHES FEST! Ich denke an Euch – auch wenn hier von Weihnachtsstimmung nicht viel zu spueren ist. Wer hat schon Lust sich bei diesen Temperaturen in ein Weihnachtsmannkostuem zu werfen – und die Idee mit dem Weihnachtsmann-Bikini scheint noch nicht Fuss gefasst zu haben . Ich arbeite daran.

hier nix, wer da?

Alltag. Verzeihts. Nichts aufregendes passiert, denn es ist Prüfungszeit. Ich wander von Sonne zum Schatten und zurück in die Sonne, denn die sollte man doch wenigstens geniessen dürfen, wenn man schon in fernen Ländern kurz vor Weihnachten Prüfungen schreiben muss.

Von Adventsgefühlen ist hier allerdings nichts zu spüren, ich erinnere mich eigentlich nur an die Tatsache dass es weihnachtet weil ich mir gestern mal den Wetterbericht für Deutschland zu Gemüte geführt habe. Schicke Euch hiermit mal ein paar Sonnenstrahlen und 5 Grad, die weniger, wären hier gar nicht schlecht.

Mal kurz ein kleines persönliches Update: Habe endlich mein Prkatikum sicher, soll heissen, dass ich endlich offiziell bis März hier bleibe! Juhuu! Bin deshalb mal wieder auf Wohnungssuche, denn wenn man schon so lange bleibt, sollte man auch nochmal nen anderen Stadtteil kennen lernen. Außerdem hiermit nochmal der Aufruf mich zu besuchen! Wer will ist herzlich willkommen. Nur Flug muss selbst bezahlt werden – Leben kostet nix.

So, und weil der Eintrag sonst gänzlich langweilig wär – hier noch ein paar Fotos aus dem Alltag:

Wir haben extra ne Party in unserer WG gefeiert vor ein paar Wochen, damit wir endlich mal alle Freunde auf einem Haufen haben und feine Kollektivfotos machen können – aber nein! Kamera ist am Ende des Abends durchgedreht, alles weg. Schade auch.

downtown Recoleta, das Reichenviertel
Louise und Nico

auf dem Weg zum Mia-Konzert

reich, reicher, Chile

Ich sitze im Bus. Nach Chile. 18 Stunden Fenster gucken. Nicht schlecht. Habe das Gefühl Argentinien endlich mal von anderen Seiten zu sehen. Sozusagen aus der Ferne. Egal was es ist, wenn Argentinien es hat, dann gleich in Unmengen:

Zunächst Häuser, Häuser, Häuser.
Dann Wiesen, Kühe, Bäume. Einen unendlichen Horizont.
Es wird Nacht. Unmengen von Sternen.
Dann wache ich auf und mit einem Mal sieht alles schon wieder anders aus:
Nurnoch Büsche, viel nichts, und Kakteen.
Es geht bergauf; jede Menge Geröll, Felsen und Schnee. Viel Himmel.
Wir überqueren die Anden, kommen nach Chile:
mehr Berge, bunte Häuser und in weiter Ferne, ja, das Meer!

So siehts also aus, auf dem Weg vom Atlantik zum Pazifik.

Die letzten 6 Tage in  Zahlen:
Urlaubszeit in Total:             136 Stunden
davon im Bus verbracht:      64 Stunden
Nächte im Bus verbracht:    4

Fisch gegessen:                      4 Mal
deshalb seelig gewesen:        4 Mal

Personen aus Versehen kennengelernt:    14
davon Deutsche:                    6  (sie sind einfach überall)

Reiten gegangen:                   3 Stunden
unter daraus resultierendem Muskelkater gelitten: 60 Stunden

„Blondine“ oder „Gringa“ hinterhergebrüllt bekommen: ca 20 Mal
Zum Vergleich: in Argentinien ist mir das in den vergangenen 3 Monaten vielleicht insgesamt 3 Mal passiert.

Klimazonen durchschritten:      3

Nagut, vielleicht sagen Bilder doch mehr als Zahlen…

mercado central santiago - pescado

reserva ecologica isla las damas ein echter gaucho - don ramon luis

glücklich mit pina in valpo

hoch in den anden
pool Pfui Touri, ich weiss. Aber schön wars.
Zusammenfassend kann ich nur sagen, Chile scheint mir (wie erwartet) tausendmal lateinamerikanischer und reicher als Argentinien bzw. Buenos Aires. (Was kein Widerspruch sein muss!) Ich fand es wundervoll und war gleichzeitig überrascht von dem wundervollen Gefühl von „Heimkehr“, als wir wieder in Buenos Aires ankamen.